Zweck der Saldo-/Pauschalsteuersätze

Mit der Anwendung der Saldo-/Pauschalsteuersätze werden administrative Arbeiten hinsichtlich Buchhaltung und Steuerabrechnung wesentlich vereinfacht, weil die an die Steuer auf dem Umsatz anrechenbare Vorsteuer nicht mehr ermittelt werden muss.

Bei den Saldo-/Pauschalsteuersätzen handelt es sich nicht um die Steuersätze, wie sie in den Fakturen an Steuerpflichtige anzugeben sind, sondern lediglich um Hilfsmittel, die die Steuerberechnung in der Abrechnung erleichtern sollen.

Die Saldo-/Pauschalsteuersätze wurden in der Weise ermittelt, dass sie bei der Steuerberechnung im Sinne von Multiplikatoren anzuwenden sind. In der Steuerabrechnung muss deshalb der steuerbare Totalumsatz einschliesslich Steuer deklariert und mit dem Saldo-/Pauschalsteuersatz multipliziert werden.

Wer darf Saldosteuersätze anwenden?

Mit Saldosteuersätzen halbjährlich abrechnen können diejenigen Steuerpflichtigen, welche beide nachfolgenden Bedingungen kumulativ erfüllen und deren entsprechendes Gesuch bewilligt wurde:

  • Der steuerbare Jahresumsatz (inkl. Steuer) darf nicht mehr als 3 Millionen Franken betragen.
  • Die Steuerzahllast darf nicht mehr als Fr. 60’000.-
  • pro Jahr betragen. Sie wird durch Multiplikation des gesamten steuerbaren Umsatzes mit dem für die betreffende Branche geltenden Saldosteuersatz ermittelt.

 

Wer darf Pauschalsteuersätze anwenden?

Gemeinwesen und verwandte Bereiche (sozial tätige Organisationen, Schulen, Spitäler, Vereine usw.) haben die Möglichkeit, ohne Rücksicht auf die Umsatzhöhe mittels Pauschalsteuersätzen (quartalsweise) abzurechnen.

Beispiel:
Ein Architekt, der die von ihm geschuldete Steuer zum bewilligten Saldosteuersatz von 6,0 % berechnet, hat während eines Semesters Fr. 400’000.– inkl. MWST vereinnahmt. Er deklariert in der Abrechnung einen Umsatz von Fr. 400’000.– zu 6,0 %, was eine geschuldete Steuer von Fr. 24’000.– ergibt.

Es sind keine weiteren Rechenoperationen notwendig; die Ermittlung der Vorsteuer entfällt. In den Rechnungen darf der Architekt keinen Hinweis auf den Saldosteuersatz machen, sondern darf jeweils den gesetzlichen Steuersatz (in diesem Fall: 7,6 %)

MWST – ESTV